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Camino – ABC
Wissenswertes rund um den Jakobsweg

Pilgermuschel:

Gelbe Pfeile und Jakobsmuscheln zeigen allen Pilgern den Weg nach Santiago. Ob ihr den Jakobsweg alleine lauft, oder in der Gruppe, der Camino ist in weiten Teilen bestens ausgeschildert. Kilometerangaben auf den Wegsteinen helfen der Orientierung.

Doch woher kommt das Symbol der Jakobsmuschel, das fast jeder Pilger an seinem Rucksack trägt?

Mehrere Legenden ranken sich um die Entstehung des Symbols.

Eine davon ist: Der Leichnam des Heiligen Jakobus wurde per Boot zurück nach Spanien gebracht an das Ufer des heutigen Ortes Padrón. Ein Ritter kam dem Schiff auf seinem Pferd entgegen. Das Pferd scheute, als es den heiligen Leichnam erblickte und warf den Ritter ab. Dieser stürzte ins Meer. Der Heilige Jakobus griff ein und rette ihn vor dem Ertrinken. Als der Ritter unversehrt aus dem Meer stieg, war er überall mit Muscheln bedeckt. Seitdem deutet die Muschel darauf hin, dass Pilger einen besonderen Schutz genießen.

Die Pilgerschaft war früher auch mit erheblichen Gefahren für Leib und Leben behaftet.

Bis zum 13. Jahrhundert galt die Pilgermuschel außerdem als Beweis für die erfolgreich beendete Pilgerschaft. Pilger kauften die Jakobsmuscheln damals in Santiago. Sie dienten als Vorläufer der Pilgerurkunde, der Compostela.

Pilgermuschel

 

Compostela:

Seit dem 14. Jahrhundert wurden Dokumente ausgestellt, die einen effektiveren Nachweis über die abgeschlossene Pilgerschaft darstellten. Dies sind die Wurzeln der Compostela.

Auch heute wird dir die verbürgte Pilgerurkunde ausgestellt, wenn du die geforderten Kilometer auf den Jakobsweg zurückgelegt hast.

Zu Recht wurde der Nachweis durch den Credencial eingeführt, da im 20. Jahrhundert immer mehr Pilger den Jakobsweg besuchten. Leider legten viele „Pilger“ den Weg im Auto, Bus oder sonstigen Verkehrsmittel zurück. Es war zu befürchten, dass Anstrengung, Aufopferung und Hingabe, die bis dahin charakteristisch für die Pilgerschaft waren, verloren gehen würden.

Du erhältst deine Compostela im Pilgerbüro der Kathedrale in Santiago. Sie ist auf Latein verfasst und trägt deinen Namen traditionell ebenfalls in Latein.

 

Credencial del Peregrino:

Im Pilgerausweis oder auch Credencial del Peregrino genannt, wird dein Weg nach Santiago dokumentiert.

Der Pilgerausweis bestätigt, dass du auf traditionelle Weise (zu Fuß, per Rad, per Pferd oder mit dem Rollstuhl) pilgerst. Voraussetzung zum Erhalt der Compostela ist, dass mindestens 100 km zu Fuß, im nichtmotorisierten Rollstuhl, oder 200 km per Fahrrad oder Pferd zurücklegt werden müssen.

Zur Dokumentation dienen die Stempel, die du in deinem Credencial sammelst. Die Stempel erhältst du von Kirchen, Herbergen und Einkehrmöglichkeiten du musst mindestens einen Stempel pro Tag nachweisen. Die Stempel müssen mit Datum versehen und unterschrieben sein. Auf den letzten 100 km bzw. 200 km benötigst du täglich zwei Stempel von verschiedenen Orten. Am Ende deiner Reise hältst du damit auch eine tolle Erinnerung in Händen.

Deinen Pilgerausweis erhältst du in den einzelnen Startorten des Jakobsweges oder kannst ihn vorab zu Hause bei den Jakobusgesellschaften bestellen. Bei uns bekommst du deinen Pilgerausweis und die Jakobsmuschel automatisch zu deiner Buchung.

 

Buen Camino und Ultreia:

Ein freundliches „Buen Camino!“ wird dir auf deinem Jakobsweg häufig begegnen. Der traditionelle Pilgergruß bedeutet „Guten Weg!“ und wird auch zur Motivation gebraucht. Etwas seltener hörst du wahrscheinlich den ebenfalls freundlichen und motivierten Ausdruck „Ultreia“. Dieser alte Pilgergruß bedeutet so viel wie „Vorwärts, immer weiter und darüber hinaus“. Ohne Sprachbarrieren nutzen diese freundlichen Worte Pilger aus aller Welt.

 

Legenden des Jakobsweges:

Die Geschichte des Jakobsweges begründet sich mit dem Grab des Apostels Jakobus dem Älteren. Jakobus gehörte mit seinem Bruder, dem Evangelisten Johannes, zu den zwölf Aposteln und war in Spanien als Missionar unterwegs, um zu predigen.

Nach einiger Zeit kehrte er nach Jerusalem zurück, wo ihn Herodes Agrippa festnehmen und ihn 44 n.Chr. köpfen ließ. Nach seinem Tod wurden, der Legende nach, die Gebeine durch seine beiden Jünger Athanasius und Theodorus durch das Mittelmeer entlang der Küste Portugals nach Galicien gebracht und kam in Padrón an Land. Mit einem Stierkarren transportierten sie die Reste des Jakobus, bis die Tiere erschöpft zu Boden fielen. Genau an diesem Ort begruben sie den Apostel. Die Ereignisse gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit.

Um das Jahr 813 beobachtete ein Einsiedler Namens Pelagio über mehrere Nächte hinweg einen Sternenregen, der auf ein Feld in der Nähe des Waldes fiel. Bischof Teodomiro begab sich mit seinem Gefolge an die Stelle und traf dort auf Reste eines Altars und ein Grab. Auf dem Grab fand sich die ungefähre Inschrift: „Hier ruht Jakobus, Sohn von Zabedo und Salomé, Bruder von Johannes“.

Seitdem ist der Ort als Campus Stellae (Sternenfeld) bekannt und hieraus hat sich der Name der Stadt entwickelt: Compostela.

Der Fund wurde dem Papst und König Alphons II. gemeldet und verbreitete sich im Eiltempo bis in weit entfernte Länder. Sobald König Alphons II. die Nachricht der Entdeckung erhielt, soll er sich um 820 auf den Weg gemacht haben, um das Grab zu besuchen. Er gilt somit als der erste Pilger der Geschichte.

An der Grabstelle wurde zuerst eine Kapelle errichtet, später wurde dann eine kleine Kirche erbaut. 1075 wurde mit dem Bau der Kathedrale, auf den noch vorhandenen alten Fundamenten begonnen, sie wurde 1211 eingeweiht. Seitdem sind Millionen von Menschen nach Compostela gepilgert.

 

Kathedrale von Santiago de Compostela:

Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten in den letzten Jahren an der Außenfassade, wird nun das Innere der Kathedrale renoviert. Die Kathedrale wird für das Heilige Jahr 2021 verschönert und auf Vordermann gebracht. Die Renovierungsarbeiten dauern auf jeden Fall das ganze Jahr 2019 an und ziehen sich höchstwahrscheinlich noch bis Mitte 2020 hin.

Die Pilgermessen finden in diesen Monaten in anderen Kirchen und Kapellen Santiagos statt:

Iglesia de San Francisco: Tägliche Pilgermesse – 12:00h

Iglesia de San Fiz de Solovio: Tägliche Pilgermesse – 19:00h, mit einem Pilgerprediger (von Montag bis Samstag)

Parroguia de la Corticela: Täglich 11:00h

Iglesia de Santa María Salomé: Von Montag bis Freitag: 7:30 h, 9:00h, 10:00h, 19:00h / Samstags: 7:30h, 9:00h, 10:00h, 18:00h, 19:00h / Sonntags:7:30h, 9:00h, 10:00h, 13:00h, 18:00h, 19:00h

Cathedral of Santiago de Compostela. Galicia, Spain

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